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Studio Pierrot auf der Connichi 2007

von Sternenfee

Erneut hatte die Connichi in Kassel dieses Jahr vom 07.- 09.09.2007 ihre Pforten geöffnet und zahlreiche Anime- und Manga-Fans, sowie mehrere Ehrengäste empfangen. Darunter auch Yuji Nunokawa, der Direktor des Weltberühmten Studio Pierrot (ca. 130 produzierte Animeserien seit 1979, u.a. "Nils Holgersson", "Saber Rider and the Star Sherrifs", "Naruto" und "Bleach").

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Yuji Nunokawa und Ryo Kunihiko
In einem Diskussions-Panel hat Yuji Nunokawa Videoclips zu den drei aktuellsten Produktionen "Blue Dragon", "Naruto" und "Bleach" vorgestellt. Trotz technischer Pannen, die sowohl das Publikum als auch den japanischen Ehrengast zum Lachen brachten, war das Diskussions-Panel vor allem für die Naruto-Fans ein besonderes Ereignis. So hat Yuji Nunokawa ein besonderes Highlight mitgebracht und präsentierte als Deutschlandpremiere den japanischen "Naruto – Shippuuden " –Trailer, bei deren Staffel Naruto erwachsener geworden ist und sich dadurch die Geschichte geändert hat. Doch nicht nur bei den Panel-Teilnehmern kam der Trailer gut an. So war zu beobachten dass Yuji Nunokawa selbst im Takt der Musik mitging und von dem aufgeführten Trailer begeistert war. Zwischen all den Videoclips gab es noch ein weiteres Highlight: So war auch der Komponist Ryo Kunihiko, aus dessen Feder die Musik von "12 Kingdoms" sowie "Emma – Eine viktorianische Liebe" stammt, als besonderer Gast eingeladen worden.
Beide Ehrengäste haben in einer offenen Fragerunde versucht, die Fragen der Teilnehmer zu beantworten. So hat Yuji Nunokawa unter anderem auch erzählt, dass er bereits vor 28 Jahren zum Remake von Nils Holgersson in Deutschland war und es ihm in Deutschland sehr gut gefällt. Im Folgenden möchten wir euch hiermit einen kleinen Ausschnitt mit den wichtigsten Fragen und Antworten aus dem Panel präsentieren.

Das Studio Pierrot ist für seine Produktionen wie "Bleach" und "Naruto" bekannt. "Emma – Eine viktorianische Liebe" ist hingegen ein ganz anderes Genre. Was hat das Studio Pierrot dazu bewegt, mal so eine historische Geschichte umzusetzen?
Yuji Nunokawa: Leider hat sich der Manga nicht gut verkauft, aber die Leute haben an die Geschichte geglaubt und deswegen hat man sich dazu entschlossen den Manga als Anime zu veröffentlichen. Zur Zeit haben wir sehr viele Actionproduktionen wie z.B.: "Blue Dragon" deswegen war es an der Zeit mal was für die ganze Familie zu produzieren und nicht nur für Kinder. So waren zum Beispiel im August 1 Millionen Leute im neuesten Naruto-Film. Ebenso ist gerade ein neuer "Bleach"-Film in Arbeit, der im Dezember dieses Jahres in die japanischen Kinos kommen soll.

Für den Anime "Emma – Eine viktorianische Liebe" ist das Produktionsteam extra nach England gereist. Wie lange waren sie dort?
Yuji Nunokawa: Das Produktionsteam von 15 Leuten war 1 Woche lang in England unterwegs. Dort haben wir sehr intensiv gearbeitet, da die Details des 19. Jahrhunderts im Anime stimmen mussten. Dies hat die Engländer sehr verwundert, denn wir haben uns nicht nach der Historie vor Ort erkundet, sondern nur Details fotografiert.

Eine Frage an Herr Ryo Kunihiko. In der Musik von "Emma – Eine viktorianische Liebe" hört man europäische Einflüsse aus der Barockmusik. Haben Sie sich von ihr inspirieren lassen?
Ryo Kunihiko: Damals, als das Team in London war, hatte die englische Musik zu wenig europäische Parallelen mit Mozart, Bach und Händel. Deshalb habe ich eine eigene Musik zu dem Anime gemacht.

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Ein Souvenir vom Panel
Hatten Sie dazu eine Vorgabe vom Studio, wie sich die Musik zusammensetzen soll oder hatten Sie da freie Hand?
Ryo Kunihiko: Es gab keine Vorgabe, da genug Vertrauen untereinander da ist.

Wie geht man bei der Musik konkret in einem neuen Anime vor? Hat man ein Storyboard vor sich oder spricht man sich mit dem Regisseur ab?
Ryo Kunihiko: Am Anfang liest man sehr oft das Skript sowie die Entwürfe durch und nach und nach entwickeln sich im Kopf Bilder, die man mit dem Produktionsteam bespricht.

Soll "Blue Dragon" in ferner Zukunft auch in Deutschland auf DVD erscheinen, bevor ihn ein gewisser Sender in die Finger bekommt?
Yuji Nunokawa: "Blue Dragon" läuft nächstes Jahr in Amerika im Fernsehen an. Ein Release auf DVD wird es in nächster Zukunft aber nicht geben.

Haben Sie bei der Zeichentrickserie "Robin Hood" mitgewirkt?
Yuji Nunokawa: Von so einer Zeichentrickserie weiß ich nichts, aber ich habe bei der Produktion von "Saber Rider and the Star Sheriffs" mitgemacht. Leider ist die Serie in Japan überhaupt nicht gut angekommen, dafür in Deutschland umso mehr. Nachdem ich gesehen habe, dass ich gegen die Gundams keine Chance habe, hab ich das mit den Maschinen gelassen.

Ein Label hat den Anime von "Naruto" geschnitten und retuschiert. Haben Sie davon was mitbekommen?
Yuji Nunokawa: Leider kann man dagegen relativ wenig machen, da wir uns an das Land anpassen müssen, in dem der Anime künftig erscheinen soll.

DJ Ozma hat die Musik für den Naruto-Shippuuden-Movie beigesteuert. Wieso hat man gerade auf ihn zurück gegriffen, da er bisher nur DJs gecovert hat?
Yuji Nunokawa: Das mit den Coverversionen höre ich zum ersten Mal. Wir sind auch keine Musikproduzenten, die dazu was sagen könnten. Keine Ahnung...

Ist ein deutsches Release von "Bleach" möglich?
Yuji Nunokawa: Ein Release gibt es bereits in Frankreich. Deshalb kann es in Deutschland auch nicht mehr allzu lange dauern. Jedoch steht noch nichts Genaueres fest.

Auf wie viele CDs verteilt sich der Soundstrack zu "Juuni Kokki – 12 Kingdoms" und ist bei dem Anime eine Fortsetzung geplant?
Yuji Nunokawa: Der Soundtrack ist auf vier CDs und eine Fortsetzung würden wir sehr gerne machen, aber leider gibt es mit dem Storywriter Probleme, deswegen ist das leider nicht absehbar.

Zum Ende des Studio Pierrot-Panels gab es noch ein kleines Give-away für die Teilnehmer sowie die Möglichkeit ein Autogramm der beiden Ehrengäste zu ergattern.

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