| Reviews - Akira - Ultimate Edition | Startseite |

| Originaltitel: | Akira |
Wichtige Links
Verwandte Titel
|
| Genre: | Sci-Fi, Action | |
| Altersfreigabe: | FSK-16 | |
| Label: | Panini Video | |
| empf. VK: | 24,95 € [Bei Anime-Versand kaufen] | |
| EAN-Nummer: | X-693723-024332 | |
| Spieldauer: | 124 Minuten | |
| Releasedatum: | 12/2005 | |
| Bewertet durch: | Thomas "Soldat" Heintschel |
Wertungsübersicht |
Voting |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Bildformat: | 16:9 (anamorph) | Videostream: | 4,88 MBit/s, PAL, 720 x 576 | |
| Tonformat: | Japanisch, Dolby Digital 2.0 Deutsch, DTS 5.1 Deutsch, Dolby Digital 5.1 Deutsch, Dolby Digital 2.0 |
Audiostream: | 768 (DTS) / 448 (DD5.1) / 192 (DD2.0) kBit/s | |
| Untertitel: | Deutsch | User-Prohibits: | ja (Copyright, Labeltrailer) | |
| Regioncode: | RC2 | DVD-Typ: | DVD-9 (8026 MByte belegt) | |
Japanisch: (Note: "Sehr gut")
Die animeversierten Fernöstler hatten schon in den späten Achtzigern einen Dub-Standard erreicht, der es ihnen auch heute noch erlaubt mit dieser Synchronisation problemfrei gegen ihre deutschen Kollegen anzustinken. Die Stimmen passen auf ihre Figuren, die schauspielerischen Leistungen lassen Nichts zu wünschen übrig. Keine Kritikpunkte an dieser Stelle von meiner Seite.
Deutsch / Alte Dub: (Note: "Gut")
Die ursprüngliche, deutsche Synchronisation wurde seinerzeit für die Veröffentlichung in den Lichtspielhäusern gefertigt. Dementsprechend präsentiert sich diese altehrwürdige Tonspur auch in einer sehr guten Qualität. Die Rollen wurden stimmlich passend und mit fähigen Schauspielern besetzt, die dieses Erzeugnis vergangener Tage durchaus schon an heutige Standarts heranreichen lassen. Schwächen findet man höchtens vereinzelt und im Detail. So werden OMU-Fans natürlich bemerken, dass dieser Variante nicht das japanische Original, sondern die englische Dub als Vorbild diente und somit einige Textpassagen deutlich, wenngleich nicht sinnverfremdend, vom Original abweichen. Von der Aussprache japanischer Namen schien man zudem nur bedingt Ahnung zu haben, so dass nahezu keiner der Namen korrekt pronounziert wird. Aus "Ryu" (Laustprache korrekt: "Riiju") wird somit zum Beispiel in den Mündern der teutonischen Sprecher "Rui". Mir persönlich gefällt die alte Spur sogar ein Quentchen besser als die Neufassung, da sie meiner Meinung nach eine Nasenlänge vor ihrem Nachfolger liegt, wenn es um die Stimmenauswahl geht. Auch empfinde ich einige Szenen in der betagten Dub als etwas besser ausgespielt.
Deutsch / Neue Dub: (Note: "Gut")
Extra für dieses Release machte sich Panini die Mühe, eine neue deutsche Synchronisation in Auftrag zu geben. Mitunter bestimmt auch nicht zuletzt aus dem Grunde, dass aus der alten Spur wohl nur noch schwerlich ein gutes 5.1-Format zu machen gewesen wäre. Sehen wir uns also einmal an ob die Mühe gelohnt hat. Mit als erstes fällt dem Fan auf, dass sich die neue Fassung deutlich näher am Originaltext bewegt als die alte Version. Zudem "peppte" man die Sprachverwendung neuzeitlich auf, so dass die Charaktere sich nun stellenweise zeitgemäßerer Umgangssprache befleißigen (á la "Der war gut!" etc.). Die Auswahl der Sprecher ist gelungen, bleibt aber stellenweise im Direktvergleich und in punkto Schauspiel etwas hinter dem Vorgänger zurück. Doch das ist wohl Geschmackssache. Allgemein recht geglückt nähert sie sich den Stimmen der japanischen Original-Dub mal näher an (Masaru) mal entfernt sie sich weiter von Selbiger (Tetsuo empfinde ich persönlich bsp.-weise in der alten Synchro als passender besetzt). Die japanischen Namen waren allerdings auch für die neuzeitliche Crew offenbar böhmische Dörfer und so befleißigen sie sich in diesem Punkt der (allgemein immer mehr einreißenden) Unsitte, das 'y' als 'ü' sprechen.
Im finalen Schluss können alle drei Spuren jeweils für sich überzeugen und es bleibt ganz Eurem Gutdünken überlassen, in welcher ihr Euch das Werk zu Gemüte führen wollt. In technischer Hinsicht (5.1-Format) hat natürlich die neue, deutsche Fassung eindeutig die Nase vorne in schauspielerischer Hinsicht sehe ich hingegen die alte in Führung.
Daten und Sprecherliste zur neuen deutschen Version:
Nach den unvermeidbaren Copyrightinfos und Labeltrailern (hier gibt es ein Wiedersehen mit dem klassischen Manga Entertaiment-Logo) führt uns eine stimmig aufgemachte Sequenz ins Hauptmenü. Hier beginnen die einzelnen Optionspunkte um die kugelförmige Detonation zu kreisen, die später im Film-Intro der Metropole Tokyo das Herz zerfetzen wird. Kapitel, Sprachen, Untertitel und Extras lassen sich hier flüssig auswählen und einstellen. Angenehm kurze, animierte Überleitungssequenzen leiten zwischen den einzelnen Bildschirmen weiter.




Kaneda und seine Freunde wachsen in einer düsteren Zukunft auf. Der dritte Weltkrieg hat schon weit vor ihrer Zeit mit einer gewaltigen Explosion einen klaffenden Krater in den Bauch des gewaltigen Molochs Tokyo gerissen. - Erstanden aus dem nachfolgenden Chaos ist eine desorientierte Menschheit, die auch Jahrzehnte nach dem Ende der militärischen Konflikte immer noch mühsam und nur unter Schwierigkeiten den Versuch unternehmen kann, zu einem normalen Alltag zurückzufinden. Die besagten Schüler wachsen in dieser zwiespältigen Welt auf, in der sich hochmoderne Hightech-Wolkenkratzer mit kriegsbeschädigten Abbruchhäusern in grotesk anmutender Szenerie Mauer an Mauer reihen und kriminelle Energien nahezu ungehemmt und wie Pilze aus den dunklen Abgründen der Menschheit hervorsprießen und jeden Zweiten auf der Straße zum potentiellen Angreifer werden lassen. Und die Teenager haben sich dieser rauen Wirklichkeit angepasst: Von Drogen berauscht rasen sie des Nächtens unter dem Banner ihrer Motorrad-Gang auf ihren hochgezüchteten Maschinen durch die Straßen, um feindliche Banden und Reviereindringlinge mit roher Gewalt wahlweise ins Krankenhaus oder sechs Fuß unter die Radieschen zu komplimentieren und so in der trügerischen Freiheit der Anarchie Zuflucht vor der verzweifelten Hilflosigkeit des eigenen Seins zu finden.


Dieser absurde Alltag der Youngsters wird eines Nachts allerdings jäh unterbrochen, als Kaneda und seine Mannen sich auf einem ihrer Streifzüge zu ihrer Überraschung nicht nur mit einer feindlichen Gang, sondern unerwartet auch mit dem Militär konfrontiert sehen. Die Spezialkräfte verschleppen zudem zum Entsetzen der Jugendlichen, aus zunächst ungeklärten Gründen, auch noch den gemeinsamen Freund und Außenseiter Tetsuo. - Doch mangels einer adäquaten Reaktionsmöglichkeit sowie aufgrund ihrer vom Leben anerzogenen Apathie finden sich die jungen Männer zunächst relativ klaglos mit dem Verlust ab. Nichtsdestotrotz ist die Freude groß, als der verschollen geglaubte Freund einige Tage später unverhofft wieder auftaucht. Doch irgendetwas Unheimliches scheint mit ihm geschehen zu sein und seine willkürlichen Stimmungsschwankungen entladen sich in unmenschlichen, gänzlich kontrolllosen Kräften. Kaneda und seine Freunde tauchen bei ihren Versuchen, dem verwirrten Freund aus seiner Misere zu helfen immer tiefer in ein unfassbares Komplott der Militärs ein. Und immer wieder stoßen sie bei ihren Nachforschungen auf einen ihnen ebenso unbekannten wie geheimnisvollen Namen: Akira ...



1982 aus der Wiege gehoben erreichte die Manga-Reihe Akira in den Printmedien bis zu ihrem Auslaufen 1990 einen letztendlichen Umfang von annähernd zweitausend Seiten. Ein bahnbrechender, anhaltender Erfolg, der geradezu nach einer Animeumsetzung schrie und so machten sich die Japaner bereits Ende der Achtzigerjahre an eine filmische Umsetzung des Werkes von Autor Katsushiro Otomo. Und Akira sollte für einiges Aufsehen sorgen, ja man mag sogar guten Gewissens soweit gehen zu sagen, dass nicht zuletzt dieser Film es war der dafür mitverantwortlich war, dass Anime später den westlichen Markt eroberten. Die Speerspitze einer neuen Ära. - Doch warum fiel diese Rolle gerade Akira zu? Zeit, dieser Frage auf den Grund zu gehen:
Akira ist, aus heutiger Sicht betrachtet, nicht wirklich ein storytechnisches Unikum, denn auf dem derzeitigen Markt tummeln sich die Endzeit-Anime ähnlicher Machart dutzendweise. Und doch ist Otomos Werk unter ihnen etwas besonderes, was es doch immerhin einer der Vorreiter des immer wieder gern verwandten Genres. Die Storyline um Motorradganger Kaneda und seinen Kameraden und unfreiwilligen Spielball der Geschehnisse, Tetsuho, präsentiert sich zwar durchdacht und solide. Der knappe Kurzausflug in die Welt der Akira-Saga, den uns der Film hier als Plot darbietet, ist jedoch unvoreingenommen betrachtet storytechnisch bei Weitem nicht so aufsehenerregend (wenngleich von durchweg guter Struktur) als dass er als alleiniger Indikator für den Erfolg des Anime verantwortlich sein könnte. Besonders nicht in westlichen Gefilden, in denen die Verfilmung nicht auf die Startvorlage der legendären Mangareihe zurückgreifen konnte. Die Gründe dafür sind folglich unleugbar und zu einem Großteil an anderer Stelle zu suchen. Zum einen mag es die für damalige Verhältnisse ungewohnt ernsthafte, erwachsene Herangehensweise an den Stoff gewesen sein, die die Zuschauer seinerzeit und bis heute so in ihren Bann zog. Den Hauptanteil an der dichten Athmosphäre trägt aber unzweifelbar die optische Präsentation. Erstmals wurden hier intensive Studien von Körperbewegungen und Fahrzeugverhalten für die Produktion eines Anime angewandt, was in Symbiose mit zahllosen, größtmöglich realistischen Effekten und Kombination mit dem insgesamt fast besessen anmutenden Detailversessenheit der Macher der Audienz ein atemberaubendes Filmerlebnis bescherte, wie man es in diesen Tagen (in denen Disney's kindgerechten Klamotten zu allermeist das einzige Gezeichnete waren, was westliche Kinoleinwände erreichte) von einem "Zeichentrickfilm" gerade in Europa schlicht nicht erwartete. Kanedas Kampf um das Schicksal der Welt war somit der Weckruf, der der breiten Masse klar machte dass Zeichentrick mehr sein und werden konnte als pädagogisch wertvolle Dreikäsehochunterhaltung. Und das, was da mit viel Aufwand (mit 10.000.000 Dollar Produktionskosten war Akira der teuerste Animationsfilm seiner Zeit) dann schließlich aus der Taufe gehoben wurde, verdient wahrlich Respekt.
Fazit:
Akira weiß selbst in heutigen Tagen durch seine fulminante Optik in Zeichenstil, Effekten und Kameraführung voll und ganz zu überzeugen und darf sich, mal ganz abgesehen von seiner Pionierrolle, auch als Film selbst eine durchweg gelungene, professionelle Machart auf die Fahnen schreiben, deren actiongeladene Intensität mit nachdenklichen Einschlägen den Zuschauer nicht mehr loslässt. Man folgt gebannt dem Film, folgt Kaneda auf wilder Jagd über die Highways, Tetsuo durch den beginnenden Wahnsinn und der Menschheit in einen neuen Anfang. Und genau dieses Fesselnde ist es was ein guter Film dieser Genre-Sektors erreichen sollte. - Fazit: Akira verdient seinen Kultstatus durchaus und sollte in keiner Anime-Sammlung fehlen.
Lediglich die DVD als Solche wird ihrem vollmundigen Titel "Ultimate Edition" nicht so ganz gerecht. Zwar gibt es an Bild und Ton nichts weiter auszusetzen und die insgesamt drei verfügbaren Sprachspuren stellen auch ein recht üppiges Kontingent dar. Das war's dann aber auch schon mit der Herrlichkeit. In der Standardhülle finden sich keinerlei Beigaben oder Booklets und auch die Extras der DVD selbst bewegen sich im recht überschaubaren Rahmen. Kein schlechtes Produkt, aber für das verheißungsvolle "Ultimate" im Titel ein klein wenig dünn. Ihren lieblosen Vorgänger (Release anno 2001) aus dem Hause Laser Paradise schlägt diese Veröffentlichung aber natürlich nichtsdestotrotz um Welten.
Extra-Info: Anime, Japan & die Bombe
Wie im Falle "Akira", so begleitet uns auch in anderen Anime oftmals eine gewaltige Explosion ins Geschehen, die von Fall zu Fall Städte oder gar die gesamte Welt ins Unglück reißt. Und dieses immer wiederkehrende Image kommt nicht von ungefähr. Nein, es rührt von der japanisch volksweiten Erinnerung an die Atombombenabwürfe von Hiroshima und Nagasaki her. Eine Erfahrung die sich in das Bewusstsein der Japaner unlöschbar und generationenübergreifend eingebrannt hat. Denn die Menschen aus dem Land der aufgehenden Sonne haben gerade in Hinsicht auf Niederlagen ein sehr gutes und dauerhaftes Gedächtnis. Doch gehen wir zunächst einige Jahrzehnte in der Zeit zurück und beleuchten den genauen Hergang: Wir befinden uns im Jahre 1945. Der zweite Weltkrieg tobt unerbittlich unter den Nationen der Erde und fordert ungezählte Leben im Kampf der Ideologien. Auch das stolze Volk der Japaner tritt schließlich in den Kriegsverlauf ein und nimmt, im Verbund der Achsmacht Deutschland stehend, den Kampf gegen die U.S. Amerikaner und die Alliierten auf. Als einen ihrer Erstschläge führen sie in einer militärisch brillant geplanten Aktion einen vernichtenden Schlag gegen die amerikanische Marinebasis Pearl Harbour, der ein beachtliches Kontingent amerikanischer Kriegsschiffe durch das Überraschungsmoment nahezu chancenlos zum Opfer fällt.
Ein folgenschwerer Schachzug, wie sich herausstellen sollte. Denn der ohnehin seitens der Bevölkerung aufgrund des Kriegseintrittes der U.S.A. in der Kritik befindliche Präsident Truman sah sich aufgrund dieser verheerenden Niederlage in Zugzwang. Das amerikanische Volk schrie nach Rache für die gefallenen Söhne und verlangte Erfolge. Und Truman war mehr als willig sie ihnen zu liefern. Und so traf die Regierung der Staaten einen der fatalsten Beschlüsse der Geschichte überhaupt: Den Abwurf der Atombombe. Am 6. August 1945 hob der Bomber "Enola Gay" von einem amerikanischen Stützpunkt ab, beladen mit der bis dato tödlichsten aller Bomben. Der verheerende Explosivkörper, ironisch "Little Boy" getauft, explodierte Stunden später 580 Meter über der japanischen Metropole Hiroshima. Gebäude zerfetzten in der gewaltigen Detonation wie Grashalme und die überraschte Zivilbevölkerung verglühte größtenteils im Feuerball der Explosion oder wurde von der Druckwelle schlicht in Stücke gerißen. Doch selbst als sich der Staub legte und die Überlebenden aus den Trümmern hervorkrochen war das Grauen noch lange nicht vorbei. Es nahm gerade erst seinen Anfang. In Form des nuklearen Niederschlages legte sich der Schatten des Sensenmannes gnadenlos über das Land der aufgehenden Sonne und nahm über die Jahre all die armen Teufel mit sich, die auch nur kleinste Teilchen des tödlichen atomaren Urans eingeatmet hatten und somit unweigerlich und unheilbar erkrankten.
Nach dem anschließend folgenden, zweiten Abwurf der tödlichen Waffe über der Großstadt Nagasaki wand sich Japan in seinem Schmerz und erklärte schließlich die Kapitulation vor den Vereinigten Staaten. Und wenngleich die Atombomben den U.S.A. den schnellen Sieg über Japan und eine Verkürzung des zweiten Weltkrieges bedeutet haben mögen: Im zutiefst patriotisch und ehrengeprägten Bewusstsein der Japaner haben diese Begebenheiten eine tiefe Wunde hinterlassen, an der sie bis heute lecken. So herrscht bei der allgemeinen Bevölkerung bis heute eine zutiefst anti-amerikanische Stimmung vor, einige Geschäfte und Restaurants verwehren amerikanischen Bürgern gar die Bedienung. Die Staaten haben sich einen Feind in den Japanern geschaffen, der die Faust in der Tasche geballt hat und bis heute unversöhnlich und zähneknirschend auf den Tag der Vergeltung wartet. Nicht nur in den Anime dieser Tage und Szenen wie der Eingangssequenz von "Akira" tritt dieser unbewältigte Zwist immer wieder zu Tage und bleibt stets fühlbar. Auch wer dieser Tage als Tourist das Land besucht, wird die Unterschiede in der Behandlung von Deutschen oder Italienern (in den Augen der meisten Japaner immer noch die "ehemaligen Waffenbrüder") und Amerikanern deutlich spüren.


| TV: | Sony KV 29 C 3D |
| DVD-Player: | Daytec 707; Sony Playstation II |
| Verstärker: | |
| Boxen: | |
| Computer: | P4 2,66 GHz, G-Force 4, Sony 17" CRT, Power-DVD XP |
| Reviews - Akira - Ultimate Edition | nach oben | Startseite |
25-01-2006 | © 2003-2009 by Anime auf DVD |