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Millennium Actress

Cover
Originaltitel:  Chiyoko Millennial Actress Sennen Joyu
Wichtige Links

Verwandte Titel
Genre:  Drama
Altersfreigabe:  FSK-12
Label:  UFA Anime
empf. VK:  19,99 €  [Bei Anime-Versand kaufen]
EAN-Nummer:  8-28767-31369-6
Spieldauer:  83 Minuten
Releasedatum:  08/2006
Bewertet durch:  Benjamin "Katsuhisa" Thüring
Wertungsübersicht
 
Voting
Inhalt (der Film):
Bild:
Ton:
Untertitel:
Synchro:
Menüs:
Extras:
Verpackung:
 
Die DVD:
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Der Film:
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Technische Ausstattung der DVD
Bildformat:  16:9 (1.85:1 Anamorphic Widescreen) Videostream:  4,89 MBit/s, PAL, 720 x 576
Tonformat:  Japanisch, Dolby Digital 5.1
Deutsch, Dolby Digital 5.1
Audiostream:  448 kBit/s
Untertitel:  Deutsch User-Prohibits:  ja (Copyright, Labeltrailer)
Regioncode:  RC2 DVD-Typ:  DVD-9 (6845 MByte belegt)
 
Ausführliche Beschreibung

Covertext
Vor 30 Jahren, auf dem Höhepunkt ihrer Karriere, setzte die berühmte Filmdiva Chiyoko Fujiwara aus mysteriösen Gründen ihrer Schauspiellaufbahn ein Ende. Nun steht das Studio, in dem sie zur Leinwandlegende wurde, kurz vor dem Abriss. Aus diesem Anlass macht sich Regisseur Tachibana auf den Weg, die zurückgezogen lebende alte Dame zu interviewen. Er möchte eine Dokumentation über das Leben der Schauspiellegende drehen und präsentiert ihr einen Schlüssel, der das Geheimnis ihrer Vergangenheit lüftet und aufdeckt nach was Chiyoko ihr ganzes Leben lang verzweifelt auf der Suche war. Die Geschichten die Chiyoko erzählt werden zu lebendigen Bildern, in denen sich ganze Traumlandschaften auftun und Tachibana wird in eine packende Reise durch Raum und Zeit mitgerissen, die auf virtuose Weise Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft miteinander verwebt. Emotional packend und visuell makellos.

Bild (4 Punkte)
Kontrastreich und in natürlichen Farben läuft die Handlung ruckelfrei vor dem Auge ab, der im Gesamten auf gutem Niveau gehaltene Schärfewert hätte noch einen Tick knackiger ausfallen können. Bis auf ein leichtes Rauschen sowie sporadisch aufblitzende Verunreinigungen, beides auf das relativ fortgeschrittene Materialalter zurückzuführen, und kleineren Schwächeanfällen der sonst zuverlässigen Kompression. Mit einer Erhöhung der Bitrate hätte man das Auftreten der Artefakte unter Kontrolle bringen können, genügend Restspeicherplatz auf der DVD wäre zu Genüge vorhanden gewesen. Trotzdem zeigt sich der Transfer von einer überwiegend positiven Seite. Besitzer von Flachbildschirmen freuen sich zusätzlich über die progressive Pal-Umwandlung, die auf eine Halbbilder-Darstellung verzichtet.

Ton (5 Punkte)
Die 5.1-Tonspuren, ob deutsch oder japanisch, überraschen mit einem dynamischen Arrangement. Die zahlreich platzierten Effekte tönen plastisch und direktional aus den umliegenden Lautsprechern, während der kraftvolle Score voluminös aus allen Richtungen hallt. Ebenso überzeugend ist die Dialogabmischung, die nicht am Center kleben bleibt und immer wieder räumlich korrekt ausgerichtet wurde. Gemeinsam mit dem wuchtigen Basseinsatz, der regelmäßig zu arbeiten hat, geben sich beide Surroundsound-Fassungen klar, lebendig und durchweg überzeugend. Viel mehr hätte man aus dem Film in dieser Kategorie sicher nicht herauskitzeln können.

Untertitel (3 Punkte)
Entgegen diverser anderer Veröffentlichungen unter dem Label UFA Anime, verzichtete man bei diesem Release auf die Unterbringung von spartanischen Dubtitels. Die offensichtlich authentisch übersetzten Untertitel, in weißer Färbung mitsamt zu unscheinbarer schwarzer Outline, sind dank solidem Timing und augenfreundlicher Größe noch annehmbar zu lesen. Neben den Dialogen werden auch relevante japanische Schriftzüge ins Deutsche transportiert, allerdings in nur einer einzigen Spur. Auf eine zusätzliche Variante, die allein der deutschen Tonspur zuzuordnen wäre, konnte man sich nicht einigen. So muss auf unbequeme Weise hin- und hergeschaltet werden, oder aber auf eine Übersetzung der Textpassagen verzichtet werden. Ernsthafte Auswirkungen auf den Filmgenuss hat man jedoch bei letzter Variante nicht zu fürchten.

Synchro (4 Punkte)
Für die deutsche Bearbeitung des Films hat UFA Anime das traditionsreiche Tonstudio Berliner Synchron verpflichtet, und damit eine sichere Wahl getroffen. Die gewissenhafte Besetzung der einzelnen Rollen, bei der man auf vertraute Stimmen und erfahrene Akteure wie Jürgen Kluckert, Magdalena Turba und zahlreichen anderen Anime-kompetenten Sprechern zurückgriff, lässt weder in der Professionalität noch im emotionalen Mimenspiel Wünsche offen. Ergreifend, authentisch und in jeglicher Stimmungslage selbstsicher agierend, wurde eine deutsche Übersetzung produziert, die dem versierten japanischen Original mühelos ebenbürtig gegenübertretet.

Wissenswerte Randnotiz: Mit dem von UFA Anime übertrugenen Arbeitsauftrag vertonte die Berliner Synchron Millennium Actress nun zum zweiten Mal. Bereits im Jahr 2004 erschien unter Dreamwork Pictures der Film auf dem französischen Anime-Markt, inklusive hochwertiger deutscher Tonspur. Für diese DVD wurden die Rollen allerdings vollständig mit neuen Sprecher besetzt, was mit großer Wahrscheinlichkeit auf Lizenzkomplikationen zurückzuführen ist.

Synchronstudio: MME Studios GmbH [Berlin]

Die Charaktere und ihre Synchronsprecher in alphabethischer Reihenfolge:

Alte FrauLuise Lunow
Chiyoko Fujiwara [Alt]Regine Albrecht
Chiyoko Fujiwara [Erw.]Katrin Zimmermann
Chiyoko Fujiwara [Kind]Magdalena Turba
DirektorHelmut Gauss
Eiko ShimaoChristin Marquitan
Genya Tachibana [Alt]Jürgen Kluckert
Genya Tachibana [Jung]Tobias Kluckert
Junichi OtakiRobin Kahnmeyer
Kyouji IdaStefan Krause
MalerJulien Haggege
MutterLiane Rudolph
Scarface [Geheiminspektor]Detlef Bierstedt

Menüs (5 Punkte)
Die abwechslungsreich konzipierten Menüs orientieren sich nah an der Filmauflage, nutzen dazu besagtes Material und sind mitunter verträumt in Szene gesetzt. Auf pompöse Animationen wurde vornehmlich verzichtet, stattdessen unterstreichen die dezenten Spielereien den feinfühligen Stil von Millennium Actress. Atmosphärische Schützenhilfe leisten dabei die besinnlichen Melodien, die man dem offiziellen Soundtrack entlieh. Die übersichtliche und klare Strukturierung garantiert eine leichtgängige Navigation, die fehlerfrei von statten geht. Die Urheberrechtsbelehrungen und der Labeltrailer muss der Zuschauer über sich ergehen lassen, die das Menü einleitenden Moviesequenzen sind im Gegensatz dazu mit Druck auf die Menütaste durchwählbar.

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Hauptmenü

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Kapitelauswahl

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Einstellungen

Extras (4 Punkte)
  • Making of
  • Deutscher und US-Trailer
  • Motivkarten
In dem rund 40 Minuten langen Making of gewähren die wichtigsten Beteiligten, allen voran Regisseur Satoshi Kon, einen detaillierten Einblick in den Entstehungsprozess von Millennium Actress. Dabei gerät man immer wieder in Erstaunen zu sehen und zu hören, welche Zufälle die Gestaltung des Films beeinflussten. Eine aufschlussreiche und informative Tour hinter die Kullissen sowie in die Gedankenwelt von Chiyokos geistigem Vater.

Als handfeste Zulagen liegen der Special Edition fünf großformatige, stabilen Hochglanzkarten bei. Die dargelegte Motivauswahl beschränkt sich mit einer einzigen Ausnahme auf Filmszenen und können im Bereich der optischen Qualität nur verhalten überzeugen. Neben farblicher Brillanz mangelt es den sichtbar verrauschten Bildern stellenweise an Schärfe. Überdies weist die Karte mit Chiyoko im Weltraumanzug erhebliche Artefaktbildung auf, und lässt den logischen Schluss zu, dass die Schnappschüsse dem direkt vorliegenden DVD-Material entnommen wurden. Nicht unbedingt die günstigste Voraussetzung zur Motivbeschaffung.

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Verpackung (4 Punkte)
Millennium Actress wird in einem edlen, kontrastiert arrangierten Digipack präsentiert, das mit feinen Details wie einem Reliefdruck aufwartet. Während das Äußere betont in kühlen Blautönen gehalten ist, erweckt die Innenseite mit dem friedliebenden Rosa der Kirschbaumkronen eine zärtliche Warmherzigkeit, und hält die bereits vorgestellten Postkarten parat. Sorgsam und würdevoll verhüllt, hat es sich UFA Anime nicht nehmen lassen, Satoshi Kons Liebesdrama eine Limitierung aufzuerlegen, über die ein silberner Schriftzug auf der Rückseite Auskunft erteilt. Ob die Nummer andeutet, dass das Digipack im späteren Herstellungsprozess gegen eine normale Amarayversion ausgetauscht wird, ist allerdings ungeklärt. Angesichts der fünfstelligen Zahl der getesteten Kauf-DVD scheint die zu erwartende Nachfrage mittelfristig gedeckt zu sein.

Der Film (5 Punkte)
!!! W A R N U N G !!!
Der folgende Abschnitt kann Informationen enthalten, welche der Handlung des Filmes vorgreifen.
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"Das Wichtigste ist, dass man nie die Hoffnung aufgibt!"


Mit der Schließung und dem restlosen Abriss der Ginei-Studios endet eine erfolgreiche Ära des Filmgeschäfts. Als ehemaliger Mitarbeiter und leidenschaftlicher Fan der Schauspielerin Chiyoko Fujiwara, die mit dem Studio zu Weltruhm gelangte, produziert Genya Tachibana als Chef seines eigenen Filmbetriebs "Lotus-Studio” eine Dokumentation über die großartige Akteurin und ihr feudales Leinwandvermächtnis. Als Genja und sein vorlauter Kameramann Koji die weibliche Filmlegende, die aus unbekannten Gründen ihre Karriere vor drei Jahrzehnten beendete und ein abgeschiedenes Leben in den entlegenen Bergen führt, besuchen und der freundlichen alten Dame einen alten Schlüssel überreichen, werden die beiden Männer Zeuge einer einzigartigen Geschichte um Liebe, Ohnmacht und Hoffnung.


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Zu Gast bei der Schauspielerlegende, finden Bewunderer Genya und Lästermaul Koji heraus, wie der Werde-
gang Chiyokos mit dem Treffen des mysteriösen Malers überhaupt seinen Lauf nahm


An einem bitterkalten und ungemütlichen Wintertag macht Chiyoko in ihren jungen Jahren Bekanntschaft mit einem geheimnisvollen Mann. Eine Begegnung, die ihr Schicksal für immer verändern soll. Der junge Maler, verletzt und auf der Flucht vor reaktionären Kräften, überreicht dem liebenswerten und neugierigen Mädchen einen kleinen Schüssel, der das Wichtigste in seinem Leben behütet. Bevor Chiyoko das Geheimnis lüften kann, flüchtet der Freiheitskämpfer vor seinen unbarmherzigen Verfolgern, und verliert dabei den wertvollen Schlüssel. Stets den symbolischen Schatz bei sich tragend und wohlbehütend, beschließt die Heranwachsende eine Karriere als Schauspielerin anzustreben. Ganz der innigen Hoffnung verschrieben, so dem Maler irgendwann sein Heiligtum zurückzugeben und ihr gemeinsames Versprechen einzulösen. Dies soll er sein. Der erste, alles entscheidende Schritt zu einem beispiellosen Aufstieg in der Filmgeschichte, und zu einer nie enden wollenden, verzehrenden Suche nach einem geliebten Unbekannten ...


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Um dem geheimnisvollen Fremden ihre Gefühle gestehen zu können, schlägt Chiyoko gegen den Willen ihrer
Mutter den Weg der Schauspielerei ein. Ein steiniger Aufstieg voller Hindernisse, und aufregenden Rollen

Bemerkungen
Bitteres Drama in schwungvoller Darbietung

Mit seinem zweiten Abendfüller Millennium Actress hat Meisterregisseur Satoshi Kon, kreativer Kopf hinter dem packenden Thriller Perfect Blue und der warmherzigen Komödie Tokyo Godfathers, eine bedrückende wie faszinierende Tragödie über die unermüdliche Suche nach der wahren Liebe geschaffen. Der Virtuose begnügt sich indes nicht mit einer simplen Nacherzählung ihrer ruhmreichen Chronik. Die bewegende Lebensgeschichte, inszeniert als lebhaftes Interview, lässt die Gegenwart und Vergangenheit, Wirklichkeit und Fiktion ineinander verschwimmen. Ein Großteil der Geschichte pflanzt sich in Chiyokos ehemaligen Filmrollen fort und verwebt ihre schauspielerische Vergangenheit mit ihrer verzweifelten Wanderung in ein dramatisches Kunstwerk. Die Sprünge zwischen den verschiedenen Szenarien blenden dabei stets nahtlos über, geschickt aufgezogen verliert der Film dadurch nie an seiner rastlosen Dynamik. Genya Tachibana und sein Kameramann Koji fristen während des gesamten Films über aber kein undankbares Schattendasein, sondern spielen anfangs die teilhabenden Beobachter, die sich stets mitten im Spektakel finden und dieses sorgfältig dokumentieren. Dieser Zustand verwischt aber mit Fortschreiten der intensiven Story, denn Genya übernimmt immer mehr eine aktive Rolle in dem mitreißenden Stück und wird im späteren Verlauf selbst ein unauslöschbarer Teil davon. Es ist dieser extravagante Erzählstil, der Millennium Actress so außergewöhnlich zum Leben erweckt, und gleichzeitig die vollste Aufmerksamkeit seines Publikums verlangt und erwirkt. Dank der abermals tadellosen Berliner Vertonung erstmals auch offiziell in Deutschland.

Neben der erfrischend unkonventionellen Narration profitiert der Film ebenso von seiner technisch makellosen Anfertigung durch das renommierte Studio Madhouse, welches sich für Satoshi Kons Erstlingswerk Perfect Blue verantwortlich zeichnete. Auch seine späteren Projekte Tokyo Godfathers und Paranoia Agent, sowie sein 2007 debütierendes Paprika, wurden ebenfalls vom profilierten Animationsstudio in stets sauberer Arbeit umgesetzt. Beide Seiten verbindet also eine lange Tradition, die von dem eingespielten Team nicht unterbrochen werden möchte. Ein detailliertes und liebevolles Artwork, geschmeidige Animationen und die wunderschöne Darstellung der einzelnen Aufnahmen und Kostüme sorgen für ein ausladendes Vergnügen. Hinzu kommt der von Hirawasa Susumu komponierte Soundtrack. Packend wie außergewöhnlich einfühlsam, greift er mit seinen teils schwermütigen Klängen, teils treibenden Beats effektiv in das Geschehen ein. Und setzt dem exquisiten Schauspiel das leidenschaftliche i-Tüpfelchen auf.

Fazit:
Regisseur Satoshi Kon beweist ein großes Talent auf unkonventionelle Weise anspruchsvolle Geschichten zu erzählen, ohne dass der Zuschauer die Orientierung verliert. Millennium Actress ist nicht nur ein inhaltliches Meisterwerk, sondern ein audiovisuelles Kunstwerk, dass bei aller Traurigkeit seine ganze Kraft aus der Hoffnung des Menschen zieht.

Technische Basis für den Review
 
TV: Philips L9 Flatscreen 51cm
DVD-Player: JVC XV-N212S
Verstärker: 
Boxen: Creative Inspire GD580 5.1
Computer: Fujitsu Siemens Amilo M6453G (14,4" - 1,83 Ghz - ATI X600 - 1024 MB Ram), PowerDVD 6, Fujistu Siemens P19-2
 

10-08-2006

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